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Funktionsklang - Soundlogo - Soundbranding: Wie Unternehmen ihre akustische Nische suchen & schützen

Aktualisiert: 4. Nov 2019

Vom schlichten Piep bis hin zum ganzheitlichen Soundbranding. Wie ging das eigentlich los mit den „Piep-Geräuschen“, von denen wir heute überall umgeben sind, und wie können Unternehmen ihre akustische Nische finden, strategisch besetzen und schützen?


Künstlich erzeugte Geräusche umgeben uns schon seit vielen Jahrzehnten. Als wichtiger Meilenstein in der Entwicklungsgeschichte des Piep-Geräuschs – wenn nicht sogar seine Geburtsstunde – wird das Jahr 1957 betrachtet, als der erste Satellit synthetische Töne zur Erde sendete. Seitdem wurden immer mehr mechanisch erzeugte Geräusche durch künstliche ersetzt, und letztlich hat kaum eine technologische Entwicklung so stark unsere Hörgewohnheiten beeinflusst wie die Digitalisierung.



Die Digitalisierung treibt unser Gehör zur Höchstleistung


Im Auto tragen Warnsignale und Hinweisklänge maßgeblich zur Sicherheit bei.

Unser Zeitalter der digitalen Transformation könnte so angenehm still sein – eigentlich. Denn gerade in technologisch geprägten Umgebungen ist der Mensch mehr denn je auf hörbares Feedback angewiesen. Klang wird zunehmend funktional eingesetzt, um dem Menschen hier die nötige Orientierung zu bieten, wertvolle Informationen zu liefern und die Interaktion mit Maschinen zu ermöglichen. Inzwischen tönt so gut wie jedes Gerät: Von der Waschmaschine über die Supermarktkasse bis hin zu Smart Devices. Was als Bedienhilfe gedacht ist, wird durch den akustischen Overload für das menschliche Gehör schnell zur Herausforderung: Es blendet Geräusche aus – und seitdem Elektroautos zur Sicherheit ein Warnsignal ausgeben müssen, kann dieser Schutzmechanismus, den Mediziner schon als „Alarm-Fatigue bezeichnen, schnell zur Gefahr werden.



Für Unternehmen geht es um die strategische Besetzung der akustischen Nische


Produktklänge werden strategisch entwickelt und im Tonstudio detailgenau umgesetzt.

Weil der Klang technologischer Umgebungen oftmals nicht mehr von physisch-mechanischen Faktoren bestimmt wird, werden Produktsounds heutzutage bewusst gestaltet. Zwar wurde diese Gestaltung in der Vergangenheit oftmals (wie im Falle von Microsofts Start-Up-Sounds) Künstlern auf ästhetisch-subjektiver anstatt auf strategischer Basis überlassen, doch wurde genau dadurch kommunikatives Potenzial meist nicht ausgeschöpft: Denn einerseits muss der Sound dem Nutzer funktional dienen und ihn leiten, andererseits bietet das produktbezogene Sounddesign dem Unternehmen die wertvolle Möglichkeit, die Kundenbindung und Wiedererkennung unmittelbar zu steigern, sich vom Wettbewerb klangvoll abzugrenzen – und dabei auf besondere Weise Qualität und Vertrauen zu kommunizieren. Noch nie zuvor war es für Unternehmen in unserer piepsenden, lärmenden Umwelt so wichtig, eine spezifische akustische Nische zu definieren und zu besetzen. Diese Nische zu finden bedarf einer konsistenten Markenstrategie, die Produktnutzen, Ästhetik und Markenkonformität miteinander verbindet. Es entsteht ein einzigartiger Produktsound, der sich notwendigerweise in die sonstige (akustische) Corporate Identity einbetten muss.



Der richtige Schutz der akustischen Nische


Wie im Falle von Soundlogos ist es für Unternehmen besonders wichtig geworden, ihre individuellen und markenspezifischen Sounds zu schützen. Die steigende Anzahl an Hörmarken-Anmeldungen beweist, wie wichtig es für Unternehmen geworden ist, die charakteristische Individualität ihres Marken- und Produktklangs zu bewahren. Doch Hörmarkenanmeldungen müssen richtig durchgeführt werden, damit ein Sound nachhaltig geschützt werden und nur vom jeweiligen Unternehmen einzigartig genutzt werden kann.


Der typische Harley-Davidson-Sound gilt nicht nur unter Motoradfreunden als legendär.

Dass eine solche Trademark-Anmeldung für Unternehmen eine Herausforderung sein kann, zeigt das bekannte Beispiel des Motorradherstellers Harley Davidson, der seit 1994 jahrelang versuchte, seinen bekannten und charakteristischen Motorradsound lautmalerisch als „Potato-Potato-Potato"-Sound zu beschreiben und zu schützen, bevor er beschloss, dieses Vorhaben aufgrund mangelnder beschreibender Präzision im Jahr 2000 aufzugeben.



Seit vielen Jahren finden wir für Unternehmen und Marken die akustische Nische und helfen ihnen dabei, sich klangvoll abzuheben – von der Strategiefindung über die Konzeption, Kreation und Realisierung bis hin zum Schutz des Corporate Sounds. Sprechen Sie uns an!




Lars Niessen

Consultant l acoustic science & design


„Im digitalen Zeitalter wird das Auditive als Orientierungshilfe immer wichtiger: Gegenüber anderen Sinneskanälen wie der visuellen Wahrnehmung wartet das Gehör dabei mit seinen besonderen Qualitäten auf: Es ist sehr hochauflösend, funktioniert räumlich, holistisch und selektiv, omnidirektional, ist allzeit aktiv und lernfähig. Bei der Entwicklung von Marken- und Produktklangkonzepten machen wir uns diese Fähigkeiten zu Nutze und beziehen dabei zentrale klangökologische Fragestellungen mit ein, z.B. wie man der drohenden akustischen Reizüberflutung entgehen kann, um die akustische Umwelt zu verbessern und lebenswerter zu gestalten.“

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